Donnerstag, 10. April 2014

Peinliche Panne: Führer lässt misslungene Tasse zurückrufen

Das Möbelhaus Zurbrüggen ist bei Reichskanzler Adolf Hitler in Ungnade gefallen. Grund dafür ist eine in China produzierte Tasse mit dem Konterfei des Führers, die ungeprüft in den Verkauf gelangte. Als Hitler bei seinem allwöchentlichen Blitzshopping zufällig auf die Tasse stieß, fiel er einem Propagandabericht zur Folge "aus allen arischen Wolken". Die Tasse genüge "in keinster Weise den Anforderungen des Corporate Designs der NSDAP". Die Farben seien falsch, das Hakenkreuz verdreht und zudem nehme die Darstellung des Führers bei Weitem nicht die in der Reichsabbildungsverordnung vorgeschriebenen 88% der Objektfläche ein. Das Vorfinden dieser desaströsen Zustände löste Augenzeugenberichten zufolge einen heftigen Wutausbruch Hitlers inklusive eigenem Frisurholocaust aus. Als nächstes hetzte der bebende Reichskanzler seinen alternden Schäferhund auf den Filialleiter und setzte als Schlusspunkt bei Google+ eine trotzige "Kauft nicht bei Zurbrüggen"-Statusmeldung ab, bevor er sich wimmernd in den Führerbunker verzog.

Donnerstag, 3. April 2014

Twitter-Sperre: Erdogan bleibt hart

Der türkische Megastar Recep Tayyip Erdogan, der regelmäßig auch in Deutschland für ausverkaufte Veranstaltungshallen sorgt, bleibt im Streit um die Twitter-Sperre hart. Obwohl das türkische Verfassungsgericht die seit dem 20. März geltende Abschaltung des Zugangs zum Microblogging-Dienst für unrechtmäßig erklärt hat, ist Twitter immer noch nicht wieder auf normalem Wege erreichbar. So verpasst die Menschheit wertvolle Informationen wie "Die Pflaumen auf dem Basar in Göynük schmecken heute eher mittelprächtig #dikkat" und "Der verdammte Muezzin hat schon wieder ein Lied von Shakira angeschmissen statt selbst zu singen. #rezalet #LOL".

Die türkische Regierung begründet die weiterhin verweigerte Twitter-Freigabe damit, dass sie das Urteil noch prüfen müsse. "Es ist völlig schleierhaft, wie ein von mir persönlich eingesetztes und indoktriniertes Gericht so ein fehlerhaftes Urteil fällen konnte", so Erdogan. Man müsse sich nun zunächst überlegen, wie man die Richter auf für den Westen möglichst unauffälligem Wege beseitigen könne. Ein möglicher Schachzug ist einem abgehörten Kaffeklatsch zufolge ein Einsatz als verkappte Syrer, die einen Angriff auf die Türkei vorgaukeln, um einen türkischen Gegenschlag zu rechtfertigen.

Erdogan stellt jedoch auch einen möglichen Kompromiss in Aussicht. So werde er den Zugang zu Twitter wieder ermöglichen, wenn alle türkischen Mitbürger ihm versprächen, nur ihm allein (@babo54) zu folgen und "den Schriftverkehr auf das überschwängliche Loben meiner Demokratie" beschränkten.

Angela Merkel forderte die Türkei derweil auf, die Sperre aufzuheben. "Twitter ist für uns alle natürlich Neuland, trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, der Ukraine unsere europäischen Werte aufzuzwingen und, oh, falsches Thema, schönen Tag noch!"

Mittwoch, 26. März 2014

Bundeswehr: Auf dem Weg zur Pralinen-Armee?

Die wohl beliebteste Verteidigungsministerin aller Zeiten, Ursula von der Leyen, begeisterte gestern mit einem innovativen Vorschlag, der dem steten Zerfall der Bundeswehr entgegentreten soll. Die Mutter der Nation forderte, dass zukünftig auch Sportmuffel eine Chance auf einen lukrativen Job in der Berufsarmee haben sollen.

"Da wir zunehmend mit abnehmenden Soldaten zu kämpfen haben, bin ich stark dafür, dass sich die Bundeswehr auch die Dicken einverleiben sollte", so die 63-fache Mutter. Die bisher strikten Anforderungen im Bereich der körperlichen Einstellungstests (u.a. geprüft in den Kategorien Kissenschlacht, Sportskanonenschießen, Minesweeper) sollen gelockert werden, um auch "Menschen mit eingewachsener Schutzweste" den Zugang zur Armee zu ermöglichen. "Gerade in Afghanistan, wo wir einen sinnvollen, durch unseren angesehenen Bündnispartner USA völlig legitim und unter der Existenz real existierender Beweise und Tatsachen begonnenden Invasionskrieg unterstützen, ist jede zusätzliche Personalunterstützung wünschenswert", so von der Leyen.

Die beleibten Neuankömmlinge könnten beispielsweise als "menschliche Schutzschilde" im Einsatz brillieren oder aber auch "in Form von Fettpolstern den anwesenden Soldaten eine Möglichkeit der Entspannung bieten". Eventuelle Probleme, wie z.B. nicht passende Schutzkleidung oder zu kleine Einstiegsluken in Panzern, will die Verteidigungsministerin pragmatisch lösen. "Die ollen Panzer können wir den Syrern andrehen, die stehen ja auf unser Zeug", so von der Leyen bei einer Stippvisite im Hindukusch, wo sie ihren Frisurberg für ein gelungenes dpa-Foto gekonnt zwischen zwei gestikulierenden Befehlshabern in die Kameras bugsierte. Nötige Neuanschaffungen will von der Leyen aus dem bestehenden Verteidigungs-Etat finanzieren. "Irgendwo wird das Geld schon herkommen, das läuft schließlich bei uns in der Politik immer so", wies die rüstige Zwergin einen nachfragenden Journalisten zurecht.

Zum Abschluss ihres Kurzbesuchs riet von der Leyen den deutschen Soldaten noch, "immer gute Minen zum guten Spiel" zu machen, da sie sich ansonsten im Parlament auch noch für die Einführung einer Frauenquote im Auslandseinsatz stark machen werde, um Moral und Sicherheitsgefühl innerhalb der Truppe vollends zu zerstören.

"Für unseren Knasti" - Siegestaumel beim FC Bayern

Gestern Abend war die Sensation perfekt: der absolute Außenseiter Bayern München holt für Laien und Experten gleichermaßen überraschend die erste Deutsche Meisterschaft in der Geschichte des Vereins. Nach dem Abpfiff im Spiel gegen den Meister der Oberliga Berlin, Hertha BSC, brachen alle Dämme. Zum wiederholten Male hatten Unbekannte das Bauwerk der im Schlosspark Sanssouci angesiedelten Biberfamilie zerstört. Auf dem Spielfeld des Berliner Olympiastadions dagegen sprangen etliche rot gekleidete Millionäre wie äthiopische Kinder bei der Essensausgabe auf und ab.

Ein freudestrahlender Thomas Müller schrie ein paar undeutliche Worte in die Mikrofone, Abwehrstratege Dante beschwerte sich über die "deutsche Scheißkälte" und Philipp Lahm feierte wie gewohnt alleine unterhalb der Grasnarbe. Zum ersten Mal erlebte Trainergenie Pep "Samuel" Guardiola die Bräuche des feiernden Bayern-Clans. Durch eine geschickte Blutgrätsche entzog er sich der obligatorischen Bierdusche, die aber ohnehin aufgrund seiner vorherigen Anweisungen ausgeblieben wäre. "Feier gut, aber nicht. Grätsche wichtig. Denken Spiel zu Spiel, Mannschaft gut, Deutschland, Hoeneß", bezog der Erfolgscoach in bekannt fließendem Kauderwelsch klar Stellung zum nicht anwesenden Uli Hoeneß.

Auch andere Vereinsmitglieder ließen den gefallenen Vereinsboss in der Stunde des Sieges gedanklich auferstehen. "Diesen Titel widme ich unserem Uli: Drecksschwein", so beispielsweise Starfrisör Müller-Wohlfahrt. Der per Transrapid angereiste Edmund Stoiber sprach in Bezug auf Hoeneß gar von einem "lupenreinen Demokraten, der lediglich einige kleine Schwächen in Punkto Zahlenkunde, Geografie, Gesetzgebung, Anstand und Ehrlichkeit" aufweise, "Eigenschaften, die ich auch an mir selbst schätze", so der langjährige Berufsstotterer.

Mario Götze, der seine erste Deutsche Meisterschaft mit den Bayern gewann, lag vieles daran, endlich mit den Dortmunder Fans Frieden zu schließen. "Es wäre schön, wenn sie endlich einsehen würden, dass ich alles richtig gemacht habe", so der naive Schönling, der bemüht wirkte, möglichst viele Nike-Produkte gleichzeitig in die Kameras zu halten. Auch der umstrittene FCB-Hausmeister Matthias Sammer wählte trotz der totalen Dominanz der Bayern besänftigende Worte gegenüber der leidtragenden Konkurrenz. "Ich bin einfach der Geilste", so der beglatzte Rotschopf auf dem abendlichen Sieger-Bankett.

Donnerstag, 22. November 2012

Bis(s) die Wortspiele ausgehen

Seitdem der letzte Teil der "Twilight"-Reihe, "Breaking Dawn 2", in den Kinos läuft, spielen die Hormone bei allen Mädchen, Teenies und jungen Frauen wieder verrückt. Der nicht nur optisch blasse Vampirheld Edward ohne Scherenhände wird wieder angehimmelt, Kristen Steward weiterhin als "Schlampenfotze" beschrieen und dieser Wolfsjungenindianer (Mowgli) zu Recht in jedem Bericht vernachlässigt. Kurzum: ein grausames Schauspiel, das sich nur noch durch das wahrhaftige Anschauen des zugrunde liegenden Filmes toppen lässt.

Dieser entführt die pochenden Herzchen der weiblichen Fans auf die letzte Episode des unsäglichen Vampirdramas von Stephenie Meyer. Nachdem Kristen Steward als "Bella" schon im ersten Teil von "Breaking Dawn" von ihrem noch ungeborenen Fötus an die Wand gespielt wurde, glänzt sie auch im letzten Werk mit eindringlichem Mimenspiel, das fast an das Niveau vergammelter Figuren aus 'Madame Tussauds' heranreicht. Zudem brilliert der Film durch fantastische CGI-Effekte wie beispielsweise das Einblenden der Darstellernamen während verschiedener Kameraschwenks und einen geschickt platzierten Abspann (am Ende).

Warum um alles in der Welt ist das Twilight-Imperium so erfolgreich, mag man sich als männliches Wesen wieder einmal fragen. Es liegt wohl vor allem daran, dass sich die vielen jungen Zuschauer in ihre eigene Gefühlswelt versetzt fühlen, schließlich greift der Film die täglichen Teenager-Sorgen wie beispielsweise die Frage, ob man lieber Sex mit einem Tier oder einem Untoten haben sollte, auf. Auch werden weitere wichtige Themen wie Glänzen in der Sonne, Blutergüsse und Bausparverträge angeschnitten, letzteres allerdings nur in der 'Special-extended-deluxe-platinum-vampire-edition' (erhältlich ab März 2013 auf VHS).

Fazit: blutleerer Scheißdreck, gewohnt schwache Darsteller, miese Dialoge - eine weitere erfolgreiche Romanadaption mit Kultfaktor.

Dienstag, 20. November 2012

Lanz gibt den Löffel ab

Ende Dezember verliert Deutschlands Kochwelt ihr Aushängeschild: Markus Lanz (ZDF) wird seine beliebte Kochshow "Lanz kocht" an den Schaber hängen. Grund für das tragische Ende: Lanz benötigt nun all seine Kraftreserven für "Wetten Dass...?". "Ich kann mich nicht auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren", so der muskelbepackte Moderator in einer Stellungnahme vor einem örtlichen Altentribunal. Der Vorbereitungsaufwand für eine im Schnitt nicht einmal montlich stattfindende, dreistündige Nonsenseveranstaltung sei "nicht zu unterschätzen." Gerade die "beeindruckende Prominenz" der Gäste erfordere eine "minutiöse Vorbereitung von abgedroschenen Wortspielen und 'spontanen' Gags". Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Thomas Gottschalk beschäftigt sich Lanz im Vorfeld mit seinen Gästen. "Ich tippe teilweise bei Google die Namen ein", erläutert Lanz sein Vorgehen, durch das er in den ersten beiden Ausgaben der Wettshow mit investigativ-hochwertigen Fragen wie "Mögen Sie den Geruch von frisch gebratenem Fleisch?" auftrumpfen konnte. Der Moderator bedauert, dass bei seiner Kochsendung nun "der Ofen aus" sei, aber trotz seiner Vorgeschichte habe er "kein Rezept gefunden", wie er "zwei solch anspruchsvolle Sendungen unter eine Schüssel" bekäme. Lanz tröstet jedoch seine treuesten Fans: "Ich kann Ihnen versprechen: gequirlte Scheiße gibt es weiterhin von mir zu sehen."

Montag, 19. November 2012

Hinweis in eigener Sache

Wie Sie, verehrte Leser, eventuell mitbekommen haben, wurde diese Seite seit geraumer Zeit nicht mehr aktualisiert. Grund dafür war nicht etwa, dass sich die Welt im Pausenmodus befunden und keinerlei berichtenswerte Geschehnisse mehr produziert hat, sondern das Hoffen des Blogautors auf herzzerreißende Zuschriften, die vor Schleimigkeit triefend und mit Geldspenden versehen um Fortführung dieser Quelle journalistischer Brillanz betteln würden. Da die Häufung derartiger Korrespondenzen entgegen den Erwartungen in ihrer Anzahl jedoch noch weit unter der Marke gutbezahlter Krankenschwestern lag, kann und soll ein gewisser Anflug von tiefschürfender Enttäuschung nicht verschwiegen werden. Glücklicherweise konnte diese vielen Menschen bekannte Abfolge chemischer Reaktionen nach einiger Zeit durch vermehrten Einsatz grauer Zellen (z.B. Elefanten) in eine durch Wut verstärkte Trotzreaktion verwandelt werden und führte letztlich zu dem für mindestens zwei Wochen unwiderruflichen Entschluss, diesen Blog wieder zu reaktivieren. Da dies allerdings ohnehin unter fast vollständigem Ausschluss der Öffentlichkeit geschieht, kann auf weiteres Gesülze ohne schlechtes Gewissen verzichtet werden, womit ein unrunder Abschluss dieses mehr als holprigen Nonsense-Artikels erreicht werden kann.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Irre Nebenbeschäftigungen: Unsere Politiker am Pranger

Nachdem Finanzminister Wolfgang Schäuble während einer wichtigen Bundestagssitzung zum Thema Griechenland-Rettung von einem hinterlistigen Kameramann beim Sudoko-Spielen gefilmt worden war, hat es den erwarteteten Aufschrei in der Republik gegeben. "Schlimm genug, dass der zu faul ist, auch nur einen Meter selbst zu laufen, jetzt hält er es anscheinend noch nicht einmal für notwendig, bei milliardenschweren Entscheidungen aufmerksam zu sein", so eine entrüstete Hausfrau aus dem Artland, die ausspricht, was viele derzeit denken. Schäuble selbst äußerte sich bisher nicht zu diesem Thema, verbot der ARD aber, die entlarvenden Aufnahmen weiter auszustrahlen. Ein Sprecher Schäubles verteidigte den Minister. Man solle froh sein, dass "der alte Greis versucht, geistig nicht völlig auf das Assauer-Niveau abzusacken", so ein Statement zwischen Tür und Angel.

Politiker der Opposition forderten derweil eine "lückenlose Aufklärung des Rätsels", da schließlich noch einige Zahlen gefehlt hätten. SPD-Schwergewicht Sigmar Gabriel sprach von einem "unvorteilhaften Verhalten". Die Politikverdrossenheit der Bürger nehme durch solche Vorkomnisse weiter zu, denn so sehe "jeder Hans und Franz, was für verklemmte Spaßbremsen wir Parteifuzzies sind". Er selbst spiele übrigens lieber "spannende Browsergames", in denen man beispielsweise "die Merkel mit Bier übergießen" müsse.

Investigative Spitzenreporter des Magazins "Der Spiegel" berichten in der kommenden Ausgabe jedoch noch über weitaus schlimmere Nebvenaktivitäten unserer Volksvertreter. So sei Andrea Nahles beispielsweise dabei beobachtet worden, wie sie sich heimlich ein Stück fair gehandelte Schokolade während einer Debatte einverleibt habe und Die Linke-Lautsprecher Gregor Gysi habe sich vor wenigen Monaten im Plenarsaal mehrmals unter der Gürtellinie gekratzt. "Quer durch die Bank lässt sich die Tendenz feststellen, dass gewählte Abgeordnete Züge menschlichen Verhaltens aufweisen - ein gefährlicher Trend", so Parteienforscher Axel Statikus.

Dienstag, 28. Februar 2012

Acht Punkte bis zum Exitus: Ramsauers Reform

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat heute weitere Details seiner umstrittenen Reform der Flensburger Verkehrssünderdatei präsentiert. Kernpunkt ist eine Vereinfachung des Systems, die zur Folge hat, dass zukünftig bereits ab acht Punkten eine mobilitätsbeschränkende Sanktionsform auf das vorschriftsmissachtende Individuum zukommt (= Lappen weg, Anm. d. Red. f. Bild-Konsumenten). Diese Änderung sorgte bereits vor einigen Wochen für großes Geschrei bei den Rasern und Dränglern der Nation, impliziert sie doch auf den ersten Blick eine drastische Verschärfung der bestehenden Regelung, nach der man oft erst nach zwei Unfällen mit Todesfolge, einer niedergewalzten Ampelanlage, fünf Powerdrifts ums Polizeirevier oder wahlweise einer Geisterfahrt mit erheblicher Geschwindigkeitsübertretung ohne Umweltplakette für einen Monat seine Fahrerlaubnis einbüßte.

Zu beachten ist jedoch, dass Ramsauer die Punktevergabe komplett verändern will und es zukünftig, eingeteilt nach Schwere der Vergehen, nur noch die beiden Kategorien "Ein Punkt" und "Zwei Punkte" gibt. Dadurch erhofft sich der Minister ein "einfacheres und gerechteres Strafensystem - wobei mir diese Formulierung irgendwie unbehaglich bekannt vorkommt", wie er heute verwirrt zugab.

Straftaten am Steuer wie Oralsex, das Hören einer Nickelback-CD oder das beliebte Drive-By-Shooting sollen in Zukunft zehn statt bisher lediglich fünf Jahre gespeichert werden. Auch beliebte Dinge wie Hupkonzerte bei türkischen Hochzeiten sowie Parken auf der Überholspur sollen strikter geahndet werden. Dafür werden eine Reihe von Delikten, die bisher zu einem Punkt in der gefürchteten Flensburger Datenbank führten, nicht mehr erfasst. Dazu gehören beispielsweise Fahren ohne Handy oder Hupen ohne Auto.

Bereits gesammelte Delikte sollen durch die Reform nicht entfallen, sondern in die neue Kartei überführt werden. Der ADAC reagierte enttäuscht. "Gerade in Zeiten unfassbar hoher Spritpreise hätte ein kleines Geschenk an Deutschlands Autofahrer sicherlich zu einer entspannteren Gesamtstimmung beigetragen", kritisiert ein gelber Engel mit Motoröl auf den Flügeln.

Der "Verband zum Schutze straßenüberquerender Lebewesen" (SchuStraL) zeigte sich ebenfalls unzufrieden. "Der Minister hat es erneut veräumt, die schwächsten Verkehrsteilnehmer - Igel, Hasen und McDonalds-Tüten - stärker zu schützen", so Vorstandsmitglied Arnold Bremser. "Jugendliche Fahranfänger machen nach Diskobesuchen oft regelrechte Hetzjagden auf unschuldige Tiere sowie Bäume und kommen zumeist ungestraft davon."

Der Ramsauer-Entwurf ist noch lange nicht beschlossen, der Minister betont, dass er für "Vorschläge, Kritik und Verbesserungen" jederzeit "im Rahmen eines Death Races" zur Verfügung stehe.

Freitag, 17. Februar 2012

Die Wulff-Erklärung exklusiv vorab!

Ganz Deutschland sieht zitternd auf die Uhr. Die Ankündigung, Christian Wulff werde heute um 11 Uhr eine Erklärung abgeben, schlug ein wie eine deutsche Bombe in einem afghanischen Tanklaster. Hier finden Sie bereits jetzt exklusive die Abschrift des präsidialen Teleprompter-Skripts, das der hannoveraner Ehrenbürger nachher mit monotoner Kermit-Stimme verlesen wird.

"Liebe Mitmenschen und Mitmenschinnen, liebe Immigranten, Einwanderer und sonstige Heimatlose. Liebe Kinder, Tiere und lustige kleine Fensterbankblumen - liebe Untertanen.

Ich habe Ihnen heute in meinem prächtigen Wohnsitz Audienz gewährt, um Ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen: Aufgrund der neuerlichen, abenteuerlichen Vorwürfe und Entwicklungen sehe ich mich gezwungen, erneut die Initiative zu ergreifen. Da ich all mein Geld für meine überbezahlten Anwälte benötige, konnte ich Sie leider nicht alle zu Bettina Schausten einladen, weswegen Sie nun leider nur die muffige Aura meiner bescheidenen Berliner Hütte genießen können.

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu durchgerungen, das von weiten Teilen der Öffentlichkeit vertretene Bild, ich sei ein Bad Boy, der für einen Freiflug sogar seinen Sohn verkaufen würde, annehmen werde. Um diesem Image gerecht zu werden, habe ich mich gestern freiwillig - ich wiederhole: freiwillig - einer professionellen Tätowiermaßnahme unterzogen. Im angesehenen Tatoo-Studio "Auf Messers Schneide" im Edelbezirk Neukölln habe ich mir die Logos von VW und der BW-Bank in die Arschbacken ritzen lassen, als Zeichen meiner ewigen Verbundenheit mit diesen fantastischen Wirtschaftsunternehmen.

Ich möchte betonen, dass ich selbstverständlich für diesen künstlerischen Eingriff bezahlt habe - bzw. irgendwann zahlen werde, falls jemand nachfragt. Nach der Zahlart "Bar ohne Quittung" habe ich mich bereits beim Tintenkünstler erkundigt.

Durch diese Maßnahme hoffe ich, einen neuen Lebensabschnitt einläuten zu können, in dem mich Bürger aller Einkommensschichten gleichermaßen verachten. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, Schnittchen gibts heute keine."

Update, 17.02.2011, 11:19 Uhr:

Aus unerfindlichen Gründen hat Christian Wulff in seiner eben abgehaltenen Erklärung einen anderen Redetext gewählt, als zunächst vorgesehen. Wir haben bereits anwaltlich unterstütze Maßnahmen eingeleitet, um den guten Ruf dieser Nachrichtenseite als zuverlässigste Quelle im deutschlandweiten Medienmoloch wiederherzustellen.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Der Wulff-Schlagzeilen-Generator

Neue Ο Vorwürfe / Ο Enthüllungen im Fall Wulff

Wie Ο die Bild-Zeitung / Ο der Spiegel in der neuesten Ausgabe berichtet, hat Ο (Noch-) / Ο Bundespräsident Wulff Ο einen weiteren Urlaub / Ο ein weiteres Auto / Ο eine weitere Tätowierung für seine Gattintitani Ο zu / Ο zum  erheblich günstigeren Konditionen / Ο Nulltarif erhalten.
Unter Berufung auf Ο eine handschriftliche Notiz / Ο aufgetauchte Rechnung / Ο dubiose Quelle, die dem Blatt Ο vorliegt / Ο mündliche zugespielt wurde, fand der Vorfall bereits am [Datum einsetzen] statt. Wulffs Anwälte erklärten, dass der Bundespräsident Ο die Rechnung nachträglich beglichen / Ο ganz normale Sonderkonditionen erhalten / Ο nichts zu den absurden Vorwürfen zu sagen habe. Die Opposition fordert derweil Ο immer noch / Ο zum wiederholten Male / Ο lauter denn je den Rücktritt des Staatsoberhaupts. Unterdessen ist das Ansehen Wullfs bei den Bürgern auf das Niveau der Ο FDP / Ο Costa Concordia / Ο Griechen gesunken, wie eine  Ο repräsentative / Ο RTL- Umfrage feststellte. Wulff selbst wollte gestern auf einer offiziellen Veranstaltung, bei der er Ο wahllos ausgesuchte Bundesbürger / Ο bedürftige Kinder / Ο freundschaftlich verbundene Geschäftspartner besuchte, nicht zu den neuen Vorwürfen Stellung beziehen.

Freitag, 3. Februar 2012

Spielen oder nicht spielen - das ist hier die Frage

Die Fans des VfL Osnabrück zittern und bibbern. Bei den Allermeisten ist bereits vor lauter Aktualisierungsversuchen die F5-Taste aus der Tastatur gesprungen. Man möchte endlich Klarheit: kann das herbeigesehnte Topspiel gegen Rot-Weiß Erfurt am morgigen Samstag stattfinden oder nicht? Für 13 Uhr wurde vom stets auf sorgsame Öffentlichkeitsarbeit bedachten Club-Management eine Platzbegehung mit Glühwein und anschließender Entscheidung (Ja/nein/vielleicht) angekündigt. Zur Zeit schneit es leicht in der schönsten Stadt Niedersachsens - und laut diverser unbestätigter Meldungen auch in Osnabrück. Die Temperaturen liegen derzeit bei Minus 8 Grad. Für teures Geld hat der Verein seit Montag die Rasenheizung der osnatel-Arena aktiviert, doch trotz allem war der Platz gestern noch in einem unbespielbaren Zustand. Niemand, auch die Fachfirmen, konnte damit rechnen, dass die Heizung tatsächlich einmal benötigt werden würde. "Hinzu kommt noch, dass wir nicht beachtet haben, dass im Winter die Kraft der Sonne nicht so gewaltig ist wie im Sommer", so ein namentlich nicht genannt werden wollender Verantwortlicher. Man könne nur froh sein, dass der damals geplante VIP-Tower nicht realisiert wurde, denn dann wäre es jetzt "im wahrsten Sinne des Wortes sowieso überall im Stadion zappenduster". Aus Fairnessgründen wolle man die Erfurter möglichst früh über die Entscheidung, ob das Spiel stattfinden kann, in Kenntnis setzen. "Allerspätestens wenn Li und La morgen Mittag beim Einlaufen auf dem glatten Platz auf die Schnauze fallen, werden wir eine Brieftaube gen Ostdeutschland auf den Weg bringen", so Manager Lothar Gans, der im Internet aufkommende Kritik zurückweist. "Wir tun alles, was wir können - und das ist bekanntlich nicht viel", so der Spaßvogel. Auch Präsident Dr. Dirk Rasch ist voller Tatendrang. "Wenn der Wettergott uns so übel mitspielt, werde ich ihm schon zeigen, was ich drauf habe: nämlich mit aller Gewalt zurücktreten!"